Berufsbekleidung

Allgemein

Berufskleidung oder Berufsbekleidung ist Arbeitskleidung, die bei der Ausübung eines Dienstleistungsberufes getragen wird, die entweder den Schutz des Körpers (daher auch Schutzkleidung) oder aber eine eindeutige Erkennbarkeit erfordert. In einigen Berufen wird das Tragen von Arbeitskleidung vorgeschrieben.

Arbeitskleidung ist eine übliche Kleidung eines Berufes, deren Beschaffung grundsätzliche dem Arbeitnehmer obliegt, der aber nach den Anforderungen der geschuldeten Arbeit in der Auswahl begrenzt ist. (vgl. Urteil des Bundesarbeitsgerichts vom 13.02.2003)

Die persönliche Arbeitskleidung bzw. Arbeitsschutzkleidung ist täglicher Begleiter von Arbeitsbeginn bis Feierabend. Einerseits muss Schutzkleidung natürlich schützen und für Sicherheit sorgen, andererseits nimmt Berufsbekleidung Einfluss auf das Wohlgefühl und damit auf die Leistung ihres Trägers. Eine gute Arbeitskleidung ist funktional und macht alle Bewegungen spielend mit, dann gehen auch die Aufgaben einfacher von der Hand.

Arten

Neben Arbeitskleidung in o.g. Sinne wird zwischen Uniformen (z.B. beim Militär), Dienstkleidung und Amtstracht unterschieden.

Besondere Berufskleidungsstücke sind die Dresscodes der sogenannten Zunftkleidung (Kluft), die besonders von Männern auf Wanderschaft getragen werden.

Explizite Schutzkleidung schützt mehr als normale Berufskleidung vor gefährlichen Einflüssen wie Hitze, Kälte oder Verletzungen. Solche Funktionskleidung kann auch die Umgebung einer arbeitenden Person abschirmen, etwa in Operationssälen oder Reinräumen vor Kontamination z.B. durch menschliche Zellen oder Fasern.

PSA (Persönliche Schutzausrüstung)

Bei extremen Witterungsbedingungen, schlechten Sichtverhältnissen oder gefährlichen Einflüssen wie Hitze, Funkenflug und starker Spannung kommt gewöhnliche Berufskleidung schnell an ihre Grenzen. Hier muss besondere Schutzkleidung sog. PSA (Persönliche Schutzausrüstung) eingesetzt werden, die strengen Normen unterliegt.

Die PSA Schutzkleidung muss bei gefährlichen Arbeiten und Tätigkeiten verwendet werden, um Verletzungen zu vermeiden oder zu minimieren, die durch andere Maßnahmen nicht verhindert werden können.

Neben technischen (Gefahrmeidung) und organisatorischen Maßnahmen (Gefahreinwirkung z.B. zeitlich begrenzen) zählen die persönlichen Maßnahmen (PSA und Unterweisung) zu den klassischen Maßnahmen des Arbeitsschutz und der Arbeitssicherheit.

Schutzkleidung findet Verwendung zum Beispiel in der Landwirtschaft, Forstwirtschaft (Forstschutz), bei der Feuerwehr oder im Katastrophenschutz, in Fertigungsbetrieben (z.B. Chemie) oder in der Bauwirtschaft. Aber auch in der Freizeit oder beim Sport kann Schutzkleidung unerlässliche Hilfsmittel darstellen (z.B. Kopfschutz, Rettungsweste oder Schutzbrille). Schutzkleidung sollte/müsste den jeweiligen nationalen Normen und Gesetzen entsprechen.

DIN EN 340:2003

Allgemeine Anforderungen an Schutzbekleidung

Die Norm regelt die allgemeinen Erfordernisse für die Ergonomie, Alterung, Größen und Markierung der Schutzbekleidung. Die Bekleidung muss entwickelt und hergestellt werden, um dem Benutzer den maximalen Komfort zu bieten. Die verwendeten Bestandteile und Materialien dürfen keine unerwünschten Auswirkungen haben, wie z.B. Allergien, Entzündungen oder Verletzungen. Sämtliche Maßangaben der Tabelle müssen Körpermaße sein.

PSA wird in drei Kategorien unterteilt:

  • Kategorie 1: einfache PSA gegen geringes Risiko (z.B. Wetterschutz), hierbei ist keine Zertifizierung durch eine externe Stelle nötig und unterliegt keinem EG-Qualitätssicherungssystem. (z.B. Handschuh, Sonnenbrille)
  • Kategorie 2: Schutz gegen mittleres Risiko (z.B. leichter Hitzeschutz). Diese PSA ist durch eine externe Stelle zertifiziert, unterliegt aber keinem EG-Qualitätssicherungssystem. (z.B. Gehörschutz, Schutzbrille, Schutzhandschuh, Sicherheitsschuh, Schweißerkleidung, Schnittschutzhose für Motorsägen, Schutzhelm in der Industrie und Bauhelm)
  • Kategorie 3: komplexe PSA gegen hohes Risiko oder tödliche Gefahren (z.B. Multifunktionsbekleidung), die durch eine externe Stelle zertifiziert werden muss und einem EG-Qualitätssicherungssystem unterliegt. (z.B. Atemschutzgerät, Tauchgerät, Absturzsicherung)

Warnschutzkleidung (DIN EN 471)

Warnschutzkleidung wird für Arbeiten im Straßen- und Werksverkehr benötigt, um schneller und besser gesehen zu werden. Jacken, Westen, Hemden, Mäntel und Überwürfe müssen als Hintergrundfarbe eine Warnfarbe (warngelb, warnorange bzw. warnrot) haben. Warnkleidung muss zwei horizontale Reflexstreifen um den Rumpf mit einem Abstand von 50 mm aufweisen. Der Abstand zwischen dem Saum des Warnschutz-Kleidungsstücks zur unteren Kante des unteren Reflexstreifens muss ebenfalls mindestens 50 mm betragen. Eine Neigung der Reflexstreifen an der Warnkleidung von +/- 20° ist möglich. Lange Ärmel und Hosenbeine der Warnbekleidung müssen zwei Reflexstreifen mit einem Abstand von 50 mm aufweisen. Latzhosen und Trägerhosen müssen zusätzlich einen Reflexstreifen rund um die Taille haben.

Maschinenschutz (DIN EN 510)

Festlegungen für Schutzkleidung für Bereiche, in denen ein Risiko des Verfangens in beweglichen Teilen besteht. Bei dieser Kleidung handelt es sich um Schutzkleidung, die das Risiko des Verfangens oder Einziehens durch bewegliche Teile minimiert, wenn der Träger der Schutzkleidung an oder in der Nähe von Maschinen oder Geräten mit gefährlichen Bewegungen arbeitet. Besondere Merkmale der Kleidung sind deshalb: keine von außen zugänglichen Taschen bei den Jacken, keine genähten Falten, Verschlüsse sind verdeckt angebracht und die Sicherheitskleidung ist allgemein eng anliegend.

Hitzeschutz (DIN EN 531: Hitzeexponiertes Arbeiten, DIN EN 533: Hitze und Flammen)

Schutzkleidung, die dieser Norm entspricht, ist für den Schutz der Arbeiter gegen kurzzeitigen Kontakt mit Flammen und wenigstens eine Art Hitze vorgesehen. Ein Prüfkriterium zur Einstufung als Schutzkleidung für hitzeexponierte Arbeiter ist die begrenzte Flammenausbreitung nach DIN EN 532, analog dem Prüfkriterium der Schweißerschutzkleidung (Code-Buchstabe A). Die Art der Hitze wird durch die Codes (B bis E) definiert. Neben den Code-Buchstaben werden bei dieser Schutzkleidung die Leistungsstufen 1 bis max. 5 angegeben. Je höher die Leistungsstufen, desto höher ist die jeweilige Schutzwirkung. Erreicht wird die Schutzwirkung der Kleidung durch ein flammenhemmendes Gewebe in Verbindung mit bestimmten Verarbeitungsmerkmalen, die durch DIN EN 531 definiert werden.

Einstufungen:

 

  • Code A1 oder A2:       Unterschiedliche Probenahme
  • Code B:                       Schutzkleidung gegen Konvektive Hitze
  • Code C:                       Schutzkleidung gegen Strahlungshitze
  • Code D:                      Schutz vor flüssigen Aluminiumspritzern
  • Code E:                       Schutz vor flüssigen Eisenspritzern
  • Code F:                       Schutzkleidung gegen Kontakthitze

 

Die Norm EN 533 spezifiziert die Anforderungen einer begrenzten Flammausbreitung des Materials bzw. der Materialkombination der Schutzbekleidung.

Schweißerkleidung (DIN EN 470-1)

Schweißerkleidung schützt den Träger gegen kleine Metallspritzer, gegen kurzzeitigen Kontakt mit Flammen und gegen ultraviolette Strahlung. Die Schutzkleidung kann geeignet sein für Personen beim Schweißen und verwandten Verfahren, bei denen die gleiche Art und die gleichen Gefahren auftreten. Die Schutzwirkung der Schweißerbekleidung wird erzielt durch ein flammenhemmendes Gewebe in Verbindung mit bestimmten Verarbeitungsmerkmalen, die durch die DIN EN 470-1 definiert werden. Ein Prüfkriterium zur Einstufung als Schweißerschutzkleidung ist die begrenzte Flammenausbreitung. Dabei wird das Brennverhalten des Gewebes nach dem Auftreffen einer kleinen vertikalen Falmme beurteilt.

Einwegkleidung, Schutzanzüge, Chemikalienschutz (EN 13034)

Die Norm legt die Mindestanforderungen an Chemikalienschutzanzüge zum begrenzten Einsatz fest. Diese Schutzkleidung bietet dort eingeschränkten Schutz gegen die Einwirkung von flüssigen Aerosolen, Spray und leichten Spritzern von Chemikalien. Spezielle Chemikalien müssen vorab getestet werden.

Kontakt
  • Bernhard Berr e.K.
  • Inh. Jochen Berr
  • Josef-Siller-Straße 12-14
  • 95666 Mitterteich
  •